Selbstbestimmung als Aufgabe

Durch eine Fehlfunktion der website können neue Texte derzeit nicht in Unter-Menüs eingestellt werden. Ich parke die anstehenden Texte zum Thema "Kommunismus und Kommunalismus" daher hier, jeweils unter dem Veröffentlichungsdatum; jüngere Texte stehen weiter oben, vor älteren.




Hierher verschobener Beitrag vom 27.06.2018 zu Christian Siefkes' keimform-Artikel "Facette jeder möglichen Zukunft: der Klimawandel http://keimform.de/2018/facette-jeder-moeglichen-zukunft-klimawandel/#comment-1258321

In meinem kurzgefassten Kommentar oben war metaphorisch (Brunnen usw) meine Zentralthese (exemplarisch am Klimawandel zu illustrieren) ausgedrückt: Der ausschliesslich auf Effekt, Effektivität und Effizienz (Produktivitätswachstum) orientierte technologische Fortschritt schafft sich über seine "Technikfolgen" die Notwendigkeit, ihn rastlos weiterzutreiben - er ist längst (für alle, die ihn nicht um siener selbst willen befürworten - diese Minderheit gibts schliesslich auch) zum circulus vitiosus ausgeartet - niemand weiss, wie man ihn stoppen soll (ohne Absturz in Katastrophen aller Art). Und die Kursivierungen der Exzellenz-Prädikate bzgl der IPCC Argumente verwies auf das (unabhängig vom Effekt-Fortschritt bestehende) Problem der Wissensverarbeitung: Die Züchtung von Expertenkulturen, die der Nachvollziehbarkeit ihrer Wissensererbe uneinholbar davoneilen, wirft uns Universal-Laien (da wo wir nicht selbst professionell mittun) in voraufgeklärte Unmündigkeit und Vertrauen-Sollen zurück, wir müssen wieder glauben, weil wir nicht wissen können (und niemals werden; wer soll das alles prüfen? Wehe, wenn tatsächlich mal nachgechaut und nachgeforscht wird, ob das alles so seine Richtigkeit hat: Meta- und Replikationsstudien - oje, was da rauskommt, das will man garnicht wissen (und wie teuer das allein würde: Die (nicht durch offensichtlich "funktionierende" Anwendungen unmittelbar überprüfte) experimentelle und Befund-erhebende Wissenschaft verdoppeln, verdreifachen...). Das Peer-Review-Prinzip trägt auch nicht grade zur Vertrauensbildung bei (obwohl es genau die doch bewirken soll) - und die halbgaren "Populär-Darstellungen" sehen nicht glaubhafter aus als ihre Gegenstücke, mit denen sich Aussenseiter, "Skeptiker", "Kritiker" ans allgemeine Publikum wenden, um der Lehrautorität die unvermeidliche Häresie an die Seite zu stellen.
Was soll man da auch noch machen, ausser schimpfen, ignorieren, sperren, löschen; für andres reicht die (Lebens)Zeit aller Beteiligten nicht. Und doch hängen existenzielle Weichenstellungen und Festlegungen (so oder so!) für die nähere und weitere Zukunft davon ab. 

Christian schreibt über Zukunftsperspektiven; eigentlich aber über Gegenwärtiges, das in Zukunft fortzuschreiben ist. Dabei laufen die gegenwärtigen Diskussionen bei keimform, die oberflächlich gesehen, thematisch auseinanderstreben, in Wahrheit immer mehr auf einen gemeinsamen Konvergenzpunkt zu.
Dazu gehören nicht zum geringsten Christians Pessimismus bzgl erwartbarer Gegenmassnahmen im Artikel oben, und Annettes, nennen wir es: Aufruf zur Ent-Täuschung: Es wird alles nicht so leicht.
Dem möchte ich eine weitere Dimension hinzufügen; der Text hätte genauso auch in den Kommentaren zu den voraufgehenden Artikeln von Christians Serie stehen können:
Gegenwart wie (mögliche) Zukunft in dem sich abzeichnenden Epochen-Umbruch sind leider nicht (oder nicht vorwiegend) nur durch sich öffnende Optionen charakterisiert; sondern eben auch durch all das, wofür der Begriff KRISE steht (und dahinter baut sich drohend die KATASTROPHE auf...).
Die aktuellen gesellschaftlichen Krisen-Tendenzen scheinen mir zunehmend geprägt durch:
ÜBERFORDERUNG (von Personen und Systemen; ich denke, das betrifft auch uns)
VERSAGEN (zB "Markt-Versagen", "Staats-Versagen"; "Gesellschaftsversagen, Kulturversagen? was uns angeht, ist es das "noch nicht so weit sein", objektiv nicht genügend vorbereitet sein)
VERWEIGERUNG (Aussitzen, Weitermachen)
VERLEUGNUNG (der Krisen-Phänomene: Klima-Hoax)
REGRESSION (alles geht viel einfacher, nämlich so:...)
REPRESSION (keine Zeit mehr für Debatten, jetzt wird (die Einfach-Lösung) durchgesetzt!)

Als "konkrete Utopisten" müssen wir genau das (zumindest AUCH) bei zunehmend grossen Gruppen von Funktionsträgern und in der Bevölkerung unterstellen.
Als Theoretiker sollten wir unbedingt unsere Ursach-Erklärung überprüfen. Ist es wirklich der Kapitalismus als ("transpersonale") ("Elementar"-)Form ALLEIN, oder er als (einzig möglicher, und zugleich zunehmend scheiternder) Versuch, das epochal erwünschte und erstrebte industrie-technologische Produktivitätswachstum (quasi als Selbstzweck) gesellschaftlich-arbeitsteilig koordiniert organisieren zu helfen?
Als Kritiker sollten wir die Schadensquelle präziser als bisher fassen, vor allem angesichts der Frage: Was an dem genannten Wachstum (also auf der Produktivkraft-Ebene) wert ist fortgesetzt zu werden - oder umgekehrt, welche uU einschneidenden, ja geradezu die ganze Richtung ändernden Rücksichten (von der Art, wie Annette sie anmahnt) zu nehmen sein werden?
Anm.1 Die intelligente Zusammenarbeit mit der uns umgebenden, oder besser: uns tragenden Biosphäre könnte die Arbeitslast womöglich enorm reduzieren; bei raffinierter biologischer Produktion denke ich vorwiegend an Arbeits-Einsparung durch geschicktes Herstellen biologischer "Voll-Automation". Was sind, darüber hinaus, Anforderungen an eine Biosphären--zentrierte "Produktions-Architektur", die ganz auf die weltweit Menschen-gemässe "Lebbarkeit", Vergesellschaftbarkeit und kollektive Steuerbarkeit ausgelegt ist?
Anm. in der Anm. Das Aussterben von Arten senkt die Flexibilität und Robustheit des betreffenden Ökosystems. Das Risiko und der Schaden, der bei Degradation solcher Systeme entsteht, ist grad so gross, wie wir auf dieses Ökosystems und seine Robistheit angewiesen sind. Bei vielen dieser Systeme ist der Nutzen noch garnicht erforscht. Bloss: Wenn sie weg sind, sind sie weg. Eventuell werden wir, angesichts des Ausmasses der von unsern Vorfahren und Zeitgenossen angerichteten Zerstörung, renaturierte Kulturlandschaften in grossem (planetaren) Stil aufbauen müssen - neue Ökosysteme, wie es sie vorher so (so reichhaltig, vielfältig, produktiv) nicht gab. Dabei geht es bei weitem nicht um die Ernährung "eine Menge von Menschen", sondern durchaus um die aller. Aller Lebewesen, genau genommen - denn die sind in "unsere" Reproduktion zu sehr grossen Teilen eingeschlossen.
Anm.2: Wäre es nicht eine Ironie ohnegleichen (die beinah mit dem "Funktionswechsel" gleichzusetzen wäre), wenn sich herausstellen würde, dass ausgerechnet die (von intern komplett eigentumsfrei organisierten Gruppen betriebene) radikal-biologisch renaturierende Form der Land- und See-Bewirtschaftung zugleich die wirksamste aller CO2-Rückgewinnungsmassnahmen darstellt?) 
Als Prognostiker sollten wir mehr als bisher wissen über die Vielfalt von "Keimformen", die es gibt, und die auch nötig sind und immer mehr zusammen-wachsen und -arbeiten sollten, wenn sie sich (nach dieser Zusammenführung) in der sich verschärfenden Epochenkrise als DIE epochal neue und darum Problem-lösende Produktionsweise darstellen und auf Dauer den Funktions- und Dominanzwechsel" herbeiführen.
Als Praktiker sollten wir besser als bisher herausfinden, welche Aufgabenlösungen in diesem absehbaren Verlauf für uns als erste anstehen; und wo unser Platz ist.


Nicht-gepostete Fortsetzung als Antwort auf Bennis "Update zum Update" im Artikel, zu dem meine beiden ersten Antworten unterhalb dieser Fortsetzung stehen (falls noch nicht geschehen, bitte diese zuerst lesen; frühere Texte erscheinen in dieser derzeit provisorischen Form weiter unten):

17.06.2018 12:00 Uhr

Zum neuen Update.
Benni, lass mich nochmal drauf hinweisen: wenn Verständigung als das wesentliche Kriterium herangezogen wird (also Abgleich der Erfahrungen, Begründungen und Begründungsweisen (oder Plan-Ableitungs/Erschliessungs-Regeln aus Erfahrung) - dann ergibt sich ein aus meiner Sicht relativ klares Bild vom Verhältnis der drei Begriffe (mein Definitions-Vorschlag, der aber auf vergleichbare Unterschiede von Beziehungs-Typen zielt wie die von Benni thematisierten):
Interpersonal sind Beziehungen, in denen Verständigung (Festlegen der koordinierten Kooperation bzgl Was-Wie-von Wem-für Wen) prinzipiell SYMMETRISCH möglich ist. Und schon darum, weil sie miteinander mehr verständigt sind als mit andern (und einander darum "verstehen"), sind Menschen in solchen Beziehungen füreinander nicht gegen "fremde" austauschbar und meistens einander behilflich, manchmal freilich auch unüberwindlich hinderlich (beides passt zu "wichtig").
Transpersonal sind Beziehungen, in denen aufgrund der Verteilung von Rollen und Schwer- oder sogar Unveränderlichkeit der involvierten Begründungsweisen durch die meisten oder alle Beteiligte Verständigung tendenziell wenig symmetrisch, vielmehr ZU GROSSEN TEILEN ASYMMETRISCH. aber mit dem Einverständnis der jeweils Beteiligten, so verläuft.
Metapersonal sind Beziehungen, die, soweit einigermassen stabil "eingerichtet", grundsätzlich auf Basis ASYMMETRISCHER Verständigung funktionieren, wobei das von wenigstens einer der beteiligten Personen so befürwortet und unter gegebnen Umständen für gut befunden wird.
Während an interpersonalen Beziehungen nur der Verständigungsbegriff geklärt werden muss, ist bei tr. und m.personaler Verständigung nicht so eindeutig zu begreifen, wie sie Beziehungen konstituieren.

Anm. Würde ich jetzt ähnlich formell zuspitzen, wie Benni es mit seinem Beitrag bzw den Updates versucht, müsste ich sagen: M/T/I-Personalität markieren grosse Zonen auf einer Skala, die von absoluter Asymmetrie einer Verständigtheits-Situation bis hin zu absoluter Symmetrie reicht. Es ist aber in jedem Fall klar, dass, wenn soziale Beziehungen wesentlich beschrieben werden über Art, Umfang, Inhalt der Verständigtheit (bzw ihrer Möglichkeiten, darauf Einfluss zu nehmen) der darin aufeinander Bezogenen, die Symmetrie bzw Asymmetrie bei der Einteilung der dadurch charakterisierten Beziehungen die zentrale Rolle spielt.

 
Es gibt für metapersonale Beziehungen einen kritischen Ausdruck: autoritäre Kommunikation, der sie gegenwärtig am meisten charakterisiert; und einen neutralen und/oder eher positiv konnotierten: Aufklärung, Bildung, Tradierung; bei diesen Ausdrücken ist eigentlich unterstellt, dass die zunächst eher passiven Adressaten im Verlauf der einseitigen Bildungsprozesse ihre Passivität aufgeben und in die Lage versetzt werden zu den ursprünglichen Instruktoren und untereinander tr. oder gar inter-personale Beziehungen einzugehen und uU selber metapersonale Beziehungen zu bislang unbeteiligten Parteien.
Im Idealfall gehen Experten und "Multiplikatoren" mit einem unbestimmten "Publikum" der bürgerlichen "Öffentlichkeit" metapersonale Beziehungen ein, die die Tendenz haben, im Mass wie die zugrundeliegenden Begründungs- und speziell Legitimationsweisen geteilt werden, in transpersonale überzugehen, mit feinen metapersonalen Resten: Die Kommentierung aktueller Nachrichten durch prominente Journalisten oder auch Politiker sorgt für Feinjustierung der Meinungen ihrer Gefolgschaften, sie sprechen aus, was die andern denken würden, wenn sie Zeit hätten, ihr Urteil so informiert und abgewogen - im Rahmen der geteilten Routinen - zu bilden, wie die Vordenker. Man könnte diesen Übergang die Transpersonalisierung ursprünglich metapersonaler Beziehungen nennen - einhergehend mit einer Zunahme an Symmetrie und zumindest geteilter Rahmen-Regeln und -werte.
Anm. Erziehungs- und Ausbildungsbeziehungen sind weitgehend
interpersonale. Künstlich verhinderte (asymmetrisch gemachte) Kommunikation kommt in grundsätzlich symmetrischen Ausgangssituationen vor (unter anderm auch als: personen-bezogene Publikations-Hindernisse; "interpersonaler" Streit der Autoritäten, mit Gewalt entschieden).

Nichtsdestotrotz bildet die Bearbeitung der "Öffentlichkeit" zur Herstellung von Konsens im Rahmen (und unter Voraussetzung) geteilter Beurteilungsregeln eine von drei grossen Richtungen, in denen stark asymmetrisch gefärbte tr.personale Beziehungen wirken: wenige zu vielen; viele zu vielen; viele zu wenigen. "Das (synchron) Gesellschaftliche" breitet sich eher über diesen Beziehungstyp aus, wohingegen längerfristige ("kulurelle, historische") Dynamiken sich eher über metapersonale Beziehungen entfalten. Ein nicht unwichtiger Teil der öffentlich von Experten mit einer unbestimmt grossen Menge von (immerhin rezeptionswilligen) Adressaten geführten "Diskurse" geht von Politikern und speziell herrschenden aus: Sie erklären auf dem Weg ihre Entscheidungen, die daneben freilich eine hoheitliche Durchsetzungs- und Durchsetzbarkeits- also Macht- und Gewaltseite haben - die auch; wesentlicher aber dürfte (im Normalfall) die Seite der Legitimität und Norm-gerechtheit ihrer Regelsetzungen zu sein - Legitimierungs- und sonstige Normen bilden den von den "Vielen", die die Normal-Befolger der verordneten Regeln sind, geteilten und allenfalls "metapersonal" veränderlichen Rahmen.
Die Befugnis zur Erzeugung und anpassenden Änderung von Regeln, bei denen die Befolgung "normalerweise" durchsetzbar ist im Rahmen ihrer Geltung, ist in gewissem Sinn ein Spezialfall von Berechtigtheit und Befugnis, von der wiederum eine andre Abart das Eigentum darstellt, also das Recht, für grundsätzlich für überhaupt aneigenbar erklärte Gegenstände von potentiell oder aktuell einander widersprechenden Interessen die Art der Berechtigung zu ihrer Nutzung vorübergehend oder dauerhaft (incl Übereignung und Vererbung) zu bestimmen. In modern-arbeitsteiligen und zugleich marktförmig Reproduktion und deren Fortschritt regulierenden Wirtschaftssystemen stehen die Eigentümer von Reproduktions- und Innovations-Ressourcen in ZYKLISCH miteinander verbundenen asymmetrischen Kauf- und Verkaufs-Beziehungen, in deren Verbund sich für jeden von ihnen der Erwerb der zur Erzeugung einer Einheit Produkt nötigen (Re)Produktionsmittel mit dem Verkauf dieser Produkt-Einheit (immer in notwendigen Mindest-Absatzmengen; weitere Voraussetzung) koppelt. Je nach Art des verkauften Gutes ähnelt die Beziehung durchaus auch der "Wenige-Viele"-Beziehung - die vielen defilieren an den wenigen dabei im Lauf der Zeit vorbei (in Ladengeschäften) - oft genug aber handelt es sich um Beziehungen "Wenige-Wenige", nur dass "Alle mit Allen" auf die Weise in wenig direkten, ungleich mehr aber indirekten Beziehungen stehen, deren eigentlich aktive Vollzüge allesamt gleichzeitig nebeneinander, wenn auch räumlich weit ausgebreitet, "am Markt" stattfinden.
Dann gibt es noch die Repräsentanz- und Delegationsverfahren, durch die Alle oder Viele Wenige, oft sehr wenige wählen, die die für alle gültigen Regeln festlegen, unter Beachtung gültiger Rahmen-Regelungen bzgl der Geltung erzeugenden Verfahren und bei aller Fein-Regulierung einzuhaltenden Rahmen-Regeln oder Normen.
Über Normen soll es einen Konsens geben, der eher SICH HERSTELLT, als dass er - etwa durch Verhandlungen oder metapersonale Beeinflussung - hergestellt werden könnte, geschweige denn beständig angepasst und verfeinert.
Was bei den "unpersönlichen" Beziehungen gern übersehen wird, ist, dass sie auf weite Strecken funktionieren als Stafetten mit Zwischenträgern - vor allem die metapersonalen Beziehungen der Experten zu den "usern" (mit Zwischenträgern abnehmender Sachkompetenz, aber zunehmender user-Nähe); aber auch die transpersonalen Beziehungen, über die die auf Gesellschafts- und Staats-Ebene gewählten Repräsentanten und Entscheidungsträger ihre Regel-Festsetzungen kommunizieren (Rechtsberatungen usw) und in flexible "gültige" Anwendungs-nahe Entscheidungen übersetzen lassen (Beamtenapparate, Rechtsprechung, Gebietskörperschaften und entsprechende Parlamente). Aber nicht nur Stafetten arbeiten "vermittelnd", es gibt auch Netzwerke, in denen ziel- und sach-bezogene Kompetenz-Träger auf je verschieden definierten Entscheidungsebenen zusammenwirken, um gültige Prioritätensetzungen und Ressourcen-Einteilungen bei knappen Budgets zu erarbeiten, und sonst getrennte Wissens- und Entscheidungs-Gesichtspunkte zusammenzuführen. Die sich stark verzweigenden und doch wesentlich in sich zurückmündenden markt-förmigen Stafetten-Netzwerke aus beständig nebeneinander stattfindenden, aber funktional-reproduktiv und progressiv wirksamen hintereinander geschalteten Kauf/Verkauf-Vorgängen können als Kombination aus beiden intrapersonalen Verkettungs-Formen gesehen werden.
Der vielgestaltige Konsens, der geteilten Normen zugrundeliegt, stellt sich erst recht über weit-verzweigte Dialog- und Vermittlungs- ua auch "Erziehungs"-Netzwerke her, durch die alle mit allen, zumindest eben jenen, mit denen sie ihre Normen teilen, verbunden sind.
Nicht ausgeschlossen, aber nicht (mehr) der häufigste oder gar Normalfall ist die simultane (und dabei konforme) Ausbildung von befürwortenden und ablehnenden Einstellungen zu Normen, Regeln, Entscheidungen, Wissens-Grundlagen, Begriffssystemen aufgrund einer vergleichbaren Lebenssituation, also bei Angehörigen von Berufsgruppen, Beziehern von vergleichbaren Einkommen vergleichbarer Höhe aus vergleichbareb Quellen, Bewohnern von Regionen und Siedlungsformen, Angehörige bestimmter (Sub)Kulturen und Traditionen. Konformität verschwindet im Mass, wie allein zwischen diesen Gruppen-Homogenität erzeugenden Merkmalen die vormals in "ständisch-vormodernen" Gesellschaften bestehenden Korrelationen verschwinden.
Im selben Mass verschwinden "selbstverständlich" von grossen Gruppen geteilte Einstellungen bzgl Kooperationen, Aneignungen, tolerierbaren Abweichungen; der "Netzwerk-Dialog" übernimmt im selben Mass die Aufgabe der Herstellung nötiger Homogenität und Konformität, ist damit aber heillos überfordert, und wird in dieser Rolle zunehmend durch medial-autoritäre, asymmetrische Wenige-Viele-Kommunkationen mit dem Effekt der Bildung zahlloser Einstellungs-Sunkulturen abgelöst, wobei auch hier "Individualisierung" eintritt durch Verlust der Korrelationen zwischen Einzel-Einstellungen (einhergehend mit explodierender Vielfalt der individuell wählbaren Einzel-Medien). Dem entgegen wirkt allenfalls eine Tendenz, die nicht in jeder Hinsicht mit zunehmender Bildung zusammenhängt, Komplexität zu reduzieren und "alle Themen" aus relativ wenig Gesichtspuntken zu beurteilen, oder aber die Erarbeitung von (nicht unbedingt sachgerechten) eigenen Norm-Systemen, die zugleich von ihren Trägern für allgemein überzeugend und vermittelbar gehalten werden, aber auch nur zwischen Trägern solcher vermeintlich allgemein gültiger Normen verhandelt und (versuchsweise) vermittelt werden können: Nur wer überhaupt Normen denkt und hat, UND zusätzlich Alternativen zu ihnen (die er mit mehr oder weniger guten Gründen verwirft), kann sich im Grundsatz mit andern seinesgleichen zu verständigen versuchen.
Interessanterweise sind die genannten Beziehungen weitestgehend invariant gegenüber der Möglichkeit, "konflikthaft" verfasst zu sein, solange weiterhin "gültige" und praxis-koordinierungs-fähige Kooperations- und Aneignungsformen sowie Toleranzprinzipien gefunden werden. Konflikte ändern vorhandene Beziehungsgeflechte im Mass, wie entweder ihre Regulierung zunehmend produktive Energien aufzehrt und/oder zur Aufgabe der Koordination von arbeitsteiliger Praxis auf "Gesellschaftsebene" führen, also zum "Gesellschaftszerfall".
Ebenfalls wesentlich invariant bleibt das Bestehen- oder Nichtbestehen-Bleiben der betreffenden Beziehungen und ihrer Koordinations- (oder Verständigtheits-)Effekte angesichts wechselnder Inhalte; es ist also über die Sachgemässheit der "geltenden", also die bestehenden Kooperationen, Aneignungen und Toleranzen bestimmenden kollektiven (bedingten) Projekte bzw Regeln nichts gesagt, sie können auch zunehmend unangemessen sein, oder hinter erreichte Standards zurückfallen. Des weiteren können die Beziehungen ihrer Art nach gleichbleiben, aber die Zahl der daran Beteiligten kann dramatisch (und in sprengend wirkender Weise) wechseln - etwa, wenn Ansprüche an Entscheidungsfähigkeiten, die überhaupt Zugehörigkeit zu einer Gruppe von Einstellungsträgern (die zu andern solchen Beziehungen eingehen können) begründen, beständig steigen - oder umgekehrt können bislang Unbeteiligte in grosser Zahl beginnen auf Themen und Diskussionsstände aufmerksam zu werden und zB sich politisieren.


IRGENDWIE vergesellschaftet mögen dann weiterhin alle Angehörigen einer Bevölkerung auf einem grossen Territorium sein, sie mögen es sogar in denselben Beziehungsformen sein; aber die Niveaus der Inhalte, die auf diese Weise vermittelt sind, und der Art, wie die Begründungen für befürwortete Projekte und Regeln nachvollzogen wird, können extrem unterschiedlich sein.
Der Mangel von über meta- und transpersonale Beziehungen der genannten Arten vermittelten Koordinationen usw bzgl von grossen Gruppen befürworteter Projekte etc ist: dass die Begrenztheit der Anpassungsfähigkeit der so hergestellten Kooperationen usw nicht vor ihrem faktischen Überschreiten (also manifesten Zusammenbrüchen von Vergesellschaftung) sichtbar wird; und es auf meta- wie transpersonaler Ebene dann so gut wie keine Instrumente gibt, um daran noch etwas zu ändern.
Und genau daran wird die fahrlässig prekär gestaltete, kaum belastbare Vergesellschaftung durch meta- und transpersonale Beziehungen scheitern: Entweder durch zunehmend sach-unangemessene kollektiv akzeptierte Projekt usw-Definitionen (Aufschub von Problemlösungen, Mangel an Resilienz); oder durch Regression im Niveau oder generell Aufgabe von Koordiniertheit von Kooperation, Aneignung, Toleranzen: Gesellschaftszerfall (vor allem durch "Zurückbleiben" immer grösserer Gruppen hinter den Anforderungen, die an ihre individuelle Lernbereitschaft, vor allem neben ihren notwendigen Reproduktions-Aktivitäten, durch zunehmende Komplexität der wissens-basierten Entscheidungssituationen gestellt werden.)
Beide Vorgänge sind in der bürgerlich verfassten derzeitigen Welt-Gesellschaft zu bemerken.

 

Wiedergabe zweier Kommentare zu Benni Bärmanns Artikel über Inter-, Trans- und Metapersonalität bei keimform (Original-Postings sind hier zu finden:

http://keimform.de/2018/inter-trans-und-metapersonalitaet/#comment-1251757) 


franziska (05.06.2018, 11:12 Uhr)

Begriffsbildung zielt darauf, je in bestimmten Hinsichten wichtige Gemeinsamkeiten /(Nicht-Unterschiedenheiten, Nicht-Unterschiede) und Unterschiede zu benennen. In beiden Richtungen kann man fehlgehen; zu wenig Unterschiede berücksichtigen, und zuviele. Ein weiterer Mangel beim Begriffebilden (Denken ieS) ist, dass man die Übersicht verliert, und vergisst, WORAN man jeweils seine (Nicht)Unterschiede macht.
Die wichtige Unterscheidung, die Benni machen möchte, soll gemacht werden an BEZIEHUNGEN zwischen Menschen. Allein schon die Eingrenzung der Beziehungsarten, die für Bennis Unterscheidung infragekommen, steht aus (und ist es eigentlich, die zumindest einige der unter mp tp ip verhandelten Fragen aufkommen lässt):

i. Wenn man sich fragen muss, welche „Beziehung“ man zu Hegel, Newton und sonstigen Vorfahren hat (oder zu denen, deren Vorfahre man möglicherweise sein wird), scheint eine wichtige Grenze überschritten: (Nicht)Zeitgenossenschaft; die ((nicht)geteilten) Zeithorizonte der in Betracht kommenden „Beziehungen“ sollten bedacht werden.

ii. Werden denn ALLE Beziehungen zwischen Menschen betrachtet? Ihre biologischen wohl eher nicht, ausser, sie hätten „gesellschaftliche“ oder Vergesellschaftungs“-Relevanz (Elternschaft) (hier schon sehr viel Strittiges mit Soziobiologen und andern Biologisten, Rassisten usw). Was bleibt dann an „kulturellem“ Material, das „Beziehungen“ begründet? Hier (einmal mehr) mein Vorschlag:
(Un)Koordinierte (nicht)kollektiv (nicht) kooperative (arbeitsteilige) reproduktive Praxis und deren (auf Lernen beruhender) Fortschritt, auf einem gegebnen „Stand (der Produktivkräfte“ (hier wieder die Dimension Zeit-Horizont).
Jeder kollektiven (Versuchs)Praxis zugrunde liegen Absichten, Praktiken, Projekte (Ziele, Pläne, Zwecke); bedingte solche; und Regeln (unter bestimmten Typen von Bedingungen auszuführende Typen von Praktiken). Sie sind Inhalt von tatsächlichen und wiederholten Praxis-Realisierungen, oder Entwürfen zu solchen (Abänderungen, Neu-Einführungen), als solchen dann auch Inhalt von Vorschlägen, Forderungen und Erwartungen an andere. Hinter all dem stehen Erfahrungsstände und die Art und Weise, wie sie von je Einzelnen zu Entwürfen usw verarbeitet (und gegenüber andern dann zur Begründung angeführt) werden.

iii. Nennen wir das unter ii. Angeführte „Inhalt der (Arten von) Beziehungen“ (um die es gehen soll): Dann haben wir eine ungeheure Vielfalt ins Auge zu fassen, die entsteht, weil verschiedene Menschen zu unterschiedlich vielen, und vor allem zu unterschiedlichen Inhalten überhaupt Stellung nehmen (können) bzw genommen haben, woraus sich allererst ihre diversen (subjektiven) (Nicht)Bezugnahmen auf „Andere“ ergeben; das Subjektive ihrer (so ((un)realistisch) eingeschätzten, gewünschten) Bezugnahme geht nicht ganz auf in ihren objektiven Bezügen, in denen sie (spätestens aus Sicht von Beobachtern) stehen, und die ihnen bewusst sein können oder auch nicht.

iv. Soweit mehrere oder (unbestimmt) viele Personen im Bezug auf Inhalte (nicht) übereinstimmen, lassen sie sich als Gruppen zusammenfassen (objektiv; wenn ihnen dies selbst gegenwärtig ist, auch subjektiv).
Die Beziehungen, die auf dieser (Nicht)Übereinstimmung aufbauen, können sich auf die Angehörigen der Gruppe beziehen: ausschliesslich (Binnenbeziehungen), oder ausschliesslich auf ihr nicht Angehörende (Aussenbeziehungen), oder auf solche, die eine bestimmte Bedingung erfüllen, oder auf „alle“ (Personen überhaupt). Diejenigen, auf die die Betreffenden subjektiv Bezug nehmen oder objektiv bezogen sind, können im Bezug auf den Inhalt mit ihnen (nicht) übereinstimmen und die darauf begründete Bezugnahme auf sich (nicht) akzeptieren: (a)symmetrische Beziehung.

v. Die Nicht-Akzeptanz kann indifferent bleiben, aber auch konflikthaft zu Auseinandersetzung führen oder Kooperation generell oder punktuell behindern und unmöglich machen, Eine (A)Symmetrie zweiter Stufe ergibt sich aus (Nicht)Unterschieden, wie mit asymmetrischen Bezugnahmen und Bezogenheiten umzugehen ist.  

vi. Dies vorausgesetzt, könnte man Kriterien für inter/trans/metapersonal(isierbar) erwägen; Benni nennt Kriterien, die sich auf Bedürfnisse und Fähigkeiten von Einzelpersonen beziehen, die DADURCH für andre „wichtig“ und „(nicht)austauschbar“ (besser: ersetzbar, mit welchem Aufwand?) werden (ko-variieren diese beiden Kriterien?).
Hier möchte ich weiteren progress des work abwarten, schlage aber schon jetzt als zentral ins Auge zu fassendes „Mittel“ VERSTÄNDIGUNG (resultativ: den Grad der Verständigtheit) vor. Die bezieht sich auf die Beziehungen, die die Gründe von Personen und Gruppen zu denen haben, die andere Pesronen oder Gruppen für je ihre Entwürfe usw oder realen Praktiken anführen (würden; soweit ihnen selbst bewusst und andern bekannt). Also besser nicht unspezifisch reden von Beziehungen zwischen Personen; sondern zwischen ihren Gründen für reales und nicht reales, aber befürwortetes oder abgelehntes Handeln (vgl ii.). Verständigtheit (im bezug auf diverse Inhalte) könnte ein Kontinuum sein, das von einem denkbaren Maximum an Verständigtheit (wie könnte es beschaffen sein?) bis zu einem (absoluten) Minimum (Sprachlichkeit?) reicht, und worin Ip(isierbar), Tp(isierbar), Mp(isierbar) grosse Zonen umfasst. (Mp(isierbar) könnte so etwas darstellen wie (die Fähigkeit zum) Aufgenommen-Werden/Wordensein ins Inventar tradierter „kultureller“ Standard-Inhalte (einer biographien-übergreifend dauerhaft existierenden Gruppe, die identifiziert ist durch ein (bedingtes) Projekt (zB Selbsterhalt entlang einem bestimmten Identifikationsmerkmal: zB Nationalität) und/oder Regel(system).).

Anm. Die Hinzufügung von „nicht/un-“ soll dran erinnern, dass es sich um je positive wie negative Möglichkeiten handelt, die jeweils mit dem Ausdruck benannt sind. Da wir von Handeln sprechen, sind negative Bestimmungen oft bezogen auf Unterlassenes, das erwartbar (durch „Um- und Dazulernen“) nachgeholt werden kann oder könnte, wenn die Betreffenden bestimmtes erleben oder erfahren.
Anm. Worte wie „subjektiv“ und „objektiv“ beruhen auf (rechtfertigbaren) Erwartungen, worüber man sich mit Personen (da vernünftig, rational) auf Dauer einigen kann.

9 franziska (07.06.2018, 13:00 Uhr)

Ich fürchte, wir sind langsam selber Riesen – gezwungenermassen versuchen wir, uns die fundamentalen Kategorien einer ganzen (auch bürgerlich-akademischen) Wissenschaft zu erschliessen.

Darum… Ergänzung an dieser Stelle zu meinen Ausführungen oben:

Beziehung ist der Rahmen.
Was DARIN geschieht (soweit was geschieht), ist „Interaktion„, nämlich
Durchsetzung(sversuch)=Konflikt-Austrag*)
Kommunikation(sversuch) (Verständigung zur Feinabstimmung im Rahmen der bestehenden Beziehung)
und/oder
– erzwungene und/oder konsensuelle Kooperation und Aneignung**).(Jenseits davon beginnt Nichtbeziehung: was jeder bzw jede Gruppe tun kann, ohne andre zu tangieren).
*) nicht zu vergessen: der intra-personale, pathologisch ungelöste Konflikt
**) um den Anschluss an die begrifflichen Bestandteile der Elementarform herzustellen

Beziehung kann (und muss, immer wieder) feinabgestimmt werden durch Kommunkation(sversuche), aber auch verändert und völlig neu aufgestellt werden durch Verständigung ieS, vor allem die Bezugnahmen.
Speziell die Bezüge können obendrein durch Durchsetzung („Gewalt“: unmittelbarer Zwang, Drohung, Erpressung, Täuschung/Lüge sowie dadurch behinderte Kommunikationen (va. letztere auch mit Einfluss auf Bezugnahmen)) gestaltet werden.
Die Beziehungen in bürgerlichen Gesellschaften sind asymmetrisch, die Kommunikationen und Interaktionen beruhen sehr weitgehend auf Asymmetrien und Nicht-Verständigtheit, die in Arbeits-, Wissens- und Kompetenzteilungen allgemein und den speziellen vom Typ (abstrakt verstanden)“
Mann“ (bei sich und andern „Ziel“-orientiert)/ „Frau“ (bei sich und andern Bedürfnis-orientiert),
(Experten, Entscheider) „Kopf„/“Hand“ (Ausführende/ user/ Konsumenten),
(industrialisierte, hochtechnologisch produktive) „Stadt„/(ökologisch verantwortbare) „Land„(bewirtschaftung),
(in allen möglichen Hinsichten fortgeschrittenes) „Zentrum„/ (nicht nachkommende o. nachgeholte) „Peripherie
begründet sind.
Die rasch anwachsende Komplexität von koordiniert/kooperativ anzugehenden Problemstellungen lässt exakt ihrerseits die Teilungen (und damit verbundenen wechselseitig exklusiven, also asymmetrischen Bezugnahmen und Bezüge) rasant weiter anwachsen, die den dafür erforderlichen kollektiven Festlegungen zweckmässiger Regeln, bedingter und unbedingter Projekte im Weg stehen.Das erklärt die derzeit beobachtbaren Krisenphänomene, die Zunahme von Individualisierung und daraus resultierend
– Konflikt
– Gesellschaftszerfall und -zerrüttung (Rückzug, Aufschub, Überfordertheit
– Selektionsvorteile zugunsten der Durchsetzung von illusionär-unterkomplex und historisch-kulturell bereits überwundenen („regressiven“) Standpunkten bei Versuchen der Problembewältigung.
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Das Unbehagen Christians bzgl des Updates teile ich; ich verstehe aber auch das quasi kategoriale Unbehagen, das wohl Benni zum Update (und zum Bekenntnis zu seinen Beziehungen zu den Kultur-„Riesen“) veranlasst hat: „Metapersonal“ sollte parallel zu den andern beiden Prädikaten verwendet werden können. Es scheint starke, aber unausgesprochene Motive (von Bini-Lektüre herrührend?) zu geben, warum du, Benni, so sehr auf „Beziehung“ (als „je zwischen Personen bestehend“) beharrst, und den (soeben nochmal ergänzten) Vorschlag, den Begriff aufzuspalten, zurückzuweisen scheinst – also darin die- Bezugnahmen/Bezüge,- (Un)Gleichheit der offen vorgetragenen, privaten, unge/bewussten Begründung(sweis)en dafür, und- in diesem Rahmen stattfindende bzw ihn verändernde (potentielle) Interaktionen+ Kommunikationen+ Verständigungsversuche ieS
als Dimensionen der zwischen den Beteiligten bestehenden Beziehung voneinander abzugrenzen.
Wenn Inter/Trans/Meta-Personalität Eigenschaften an dem selben Substrat sein sollen, käme für mich nach wie vor statt Beziehung im allgemeinen die Dimension des Verhältnisses von Begründungen infrage; zur Definition bietet sich dann, wie ich finde, an:
Interaktionen (Kooperationen+“Aneignungen“+Durchsetzungs-Versuche) und
(uU behinderte) Kommunikationen und Verständigungsversuche ieS sind
interpersonal“ im Mass, wie sie auf geteilten Begründung(weis)en der Beteiligten und/oder geteilter, dabei verarbeiteten Erfahrungs- und Wissensinhalten beruhen;
transpersonal“ im Mass, wie auf verschiedenen (bei geteilten oder nicht geteilten Rationalitätsstandards/ Normen);
metapersonal“ im Mass, wie die Tatsache geteilter oder nicht geteilter Rationalitätsstandards/Normen Gleichheit und/oder Unterschiedlichkeit der je involvierten Begründung(sweis)en bestimmt.
Pointen dieser Definition: (un)Gleichheit oder besser (Un)Gleichartigkeit der „verarbeiteten Erfahrung (tradiert oder aufgrund eigenen Tuns), und dabei erworbene Könnens- und Wollens-Dispositionen“ steht im Vordergrund; aber eben auch, inwieweit die Verarbeitungsweise bewusst angewandten (subjektiven) Rationalitätsstandards+Normen folgt. Im Kern stellt sie Symmetrie und Asymmetrie von Beziehungen in den Mittelpunkt; die bisherigen definitorischen Ideen (face-to-face bzw jenseits von Dunbar; persönliche Eigenschaften vs Strukturen, (Nicht)Austauschbarkeit) zu den genannten Unterschieden ergeben sich, meine ich, als Ableitungen daraus.
Eine Erweiterung im Sinne des Suffixes „-isieren, -isierbar“ macht Sinn.
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Es gibt eine weitere Dimension von Vergesellschaftung, die nicht in „Beziehung“ aufgeht; man könnte sie unter dem Titel „historische Situation“ (incl deren Chancen- unnd Risiko-Potential) zusammenfassen, und die ist für Materialistinnen unabdingbar mitzubetrachten; dazu zählt alles, was man alt-marxistisch den (erreichten) Stand der Produktivkräfte nannte (incl. angehäufter Probleme), und die aktuelle Verteilung von Beziehungs-relevanten Standpunkten (Erfahrungs-, Wissens-, (Aus)Bildungsstände) sowie den darauf beruhenden Bezugnahmen und Bezügen zwischen Angehörigen von Bevölkerungen, die mtieinander überhaupt in Beziehung treten, direkt oder indirekt.

25.04.2018 (Antwort auf Bennis Kommentar: http://keimform.de/2018/die-keimformtheorie-ist-tot-es-lebe-die-keimformtheorie/#comment-1234682

Bitte berichtigt mich, wenn ich was falsch verstehe; aber folgende scheinen mir die am meisten von euren abweichenden unter meinen Auffassungen zu sein (auch vor dem Hintergrund der Kritischen Psychologie; ich habe von der "Grundlegung" die ersten 5 Kapitel gelesen):

1. Vergesellschaftung im Sinne arbeitsteilig-koordinierter Kooperation unübersehbar grosser Bevölkerungsgruppen halte ich für etwas extrem prekäres, historisch immer wieder an den Herausforderungen "fortgeschrittener" Produktionsweisen (kulturell durchgesetzte Weltverhältnisse; Einstellungen zu Wissen, Unwissen, Wissenserwerb) nach jedem vorübergehend "erfolgreichen" Differenzierungs- und Komplizierungsschritt erneut krisenhaft Scheiterndes - bis heute. Weshalb, in der Tat, die Prä-Historie andauert; es ist nicht klar, ob uns Vergesellschaftung überhaupt je gelingen wird.
((Könnt ihr verstehen, wie absurd sich von DIESER Position aus gesehen die Naturalisierung von Gesellschaftlichkeit bei Holzkamp ausnimmt. Was immer uns an Dispositionen angeboren sein mag: Sprache, Gesellschaft sind Resultate des Wirkens dieser Dispositionen, nicht hingegen sind sie selbst Dispositionen oder gar unhintergehbare "naturwüchsige" Tatsachen. Die Ableitung aus dem tatsächlichen Bestand biologisch-personaler Dispositionen ("Natur des Menschen, soweit er zur 'Personalität' disponiert ist") steht also aus meiner Sicht aus. Dies biologische Substrat theoretisch zu bestimmen und sein Vorhandensein empirisch nachzuweisen, wäre höchst verdienstvoll; es ist bislang nicht geschehen; ich sage: auch nicht bei Holzkamp. Immerhin hat er einen Versuch gemacht.))

2. Das Projekt einer materialistischen Theorie von "Gesellschaft" ist provisorisch so definiert: Es soll erklärt werden, wie die Transpersonalität historischer, gegenwärtiger und möglicher utopischer Vergesellschaftung sich (als, wie unter 1. festgestellt, überaus prekäres Resultat) aus (Verkettungen von) interpersonalen Beziehungen (auf einem erreichten historischen Stand) ergibt.
((Die einschlägige "marxistische" Fundamentalthese von der Vorgängigkeit der Gesellschaftlichkeit vor aller Individualität ist nur möglich aufgrund eines Oberflächen-Eindrucks, einer Schein-Plausibilität, die sich aus dem Vorbestehen historisch gewachsener, je aktuell ausgeprägter kultureller Lebensweisen (!) ergibt, in die alle Nachkommenden zunächst einmal (!) hineinwachsen. Aber dieser Vorbestand an vorläufig funktionierenden Praktiken würde bestenfalls stagnieren, wenn ihn die Einzelnen nicht sich als Lebensentwurf, umzusetzen in gelingender Lebensführung und Alltagen (hier auch: Care!), zueigen machen und lernend, dabei sich verständigend, weiterentwickeln könnten. Diese Entwickung nimmt ihnen keine "Gesellschaft" ab. Der Satz "sie wissen es nicht , aber sie tun es" drückt dabei keine List der überlegenen Gesellschaftsvernunft, sondern vielmehr einen mörderischen Mangel aus; der Fortschritt in der Geschichte besteht darin, die nicht bemerkten Mangel-Praktiken aufzudecken und Epoche für Epoche einen nach dem andern zu beseitigen. "Nicht 'Gesellschaften' lernen, sondern Einzelne." Mit der Konsequenz, dass die jeweiligen Lern-Fortschritte der Einzelnen ins Leben anderer einfliessen zu lassen, unendlich Zeit und Mühe in Anspruch nimmt - Zeit und Mühe, die zugleich dann und dort fehlen, wo noch immer weiter gelernt werden muss (beide Fortschritts-Richtungen in tiefem Widerspruch zueinander; eine Katatsrophe, bis auf den heutigen Tag, und nicht zuletzt an uns zu sehen: Wer soll unseren Fortschritten folgen? Wie breiten sie sich aus?)

3. "Ebenen": Der "Gradient" ist einer der Zeiträume, für die Pläne, Verfahren und Planregeln erwogen und befürwortet werden (Pläne für eine kurz- mittel- langfristig erfogversprechende reproduktive Praxis und ihre Verbesserung; über diese Kategorie ist von radikalen Linken bis heute viel zu wenig nachgedacht worden.). Zeit ist ein Kontinuum, aber aus der Perspektive der sich zu ihr verhaltenden Einzelnen ist sie SCHARF akzentuiert:


a. der Alltag und die Folge der Alltage (Lebenseinrichtung, Lebensführung; dazu gehört Care!) sind, sollen sein Teil einer gelingenden Lebensleistung, anders ausgedrückt:
b. eines Lebensentwurfs, den man im Rahmen der mit den mitlebenden Zeitgenossen geteilten Lebensform (mit ihnen, zT auch ohne oder gegen sie) zu verwirklichen sucht. Diese Biographie, oder die Summe an Biographien im Rahmen der (sich durch und zeitgleich mit ihnen ändernden) Lebensform, wenn sie Sinn machen sollen, sind eingebettet in
c. über-biographische Programme, deren Verwirklichung oft lang vor der eignen Geburt begonnen hat und den eignen Tod überdauern wird. Es ist abhängig von gegebner Erfahrung, welchem Programm dieser Art man sich verschreibt;
d. die Art, wie bei gegebner Erfahrung die Programme bestimmt und abzuändern sind, liegt, zeitunabhängig, aller Befürwortung und Ablehnung zugrunde, es ist die Art (das Regel- oder Prinzipiensystem), wie man begründet und Projekte aus Erfahrung erschliesst - bei sich und andern. Bei andern, speziell, kann man deren Art zu schliessen/begründen, verstehen, oder auch nicht; man kann ihre Art als Ausdruck eines behebbaren Defizits, einer fehlenden und zu vermittelnden Erfahrung begreifen.
d. Grenzen des Verstehens markieren die Grenzen dessen, was und wen man überhaupt für rational, zurechnungsfähig, "normal-erwachsen", "Person" usw hält.

Dies sind die "existenziell" akzentuierten "Ebenen", auf ihnen liegen die Themen-Felder für Vorschläge und Forderungen, die wechselseitig an infragekommende andre gerichtet werden, und von deren Seite akzeptiert oder (mit Gründen) abgelehnt werden können; über Gründe kann hin und her verhandelt, dann noch verbliebende Konflikte werden durch Kompromiss-Absprachen (do ut des) oder mit Gewalt (Betrug, Drohung, unmittelbarer Zwang) entschieden. Es entsteht ein unübersehbares Feld an genuin, oder aber bedingt-übereinstimmend sowie aufgrund von Gewaltverhältnissen (bei grosser Asymmetrie der Gewaltmittel: Machtverhältnisse) bestimmten, geteilten Kollektivplänen hinsichtlich dessen, was beteiligte Einzelne in Übereinstimmung (share) mit dem Plan je zu bestimmten Zeiten, also simultan/synchron neben andern, anders als andre (divide) tun dürfen oder sollen.
Neben die unbedingten und rein zeit- oder ablaufs-gebundenen Anweisungen oder Spielraum-Gewährungen des Plans treten solche, die Reihenfolge und Dauern für Routine-Abläufe bei sich wiederholenden Handlungs-Programmen bestimmen (Verfahrens-Regeln), und solche, die bedingungs-, also situationsabhängige ("wenn... dann") Handlungs-Varianten gegenüber den eigentlich zeitlich vorgesehenen erlauben oder gebieten: Plan(ungs)-Regeln.
"Koordination" von Arbeitsteilung wird hier definiert als vor allem SYNCHRONISATION auf den genannten Ebenen/Themenfeldern; dabei ergibt sich die innere Synchronisation ("gesellschaftliche" Aufgaben-Zuweisung von Teil-Projekten und Mitteln zu den Handlungsspielräumen einzelner Beteiligter: zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten Probleme lösen und Aufgaben in bestimmten Fristen erfüllen: wer macht was wann wo?) aus der äusseren, den "gültig" für ausführungs-bedürftig/-wert und mit vorhandenen Mitteln und Zeiträumen ausführbar gehaltenen (Versuchs)Projekten. 
Die Frage nach der Transpersonalität als Resultat interpersonaler Interaktionen präzisiert sich: Wie entsteht transpersonale Kohärenz und koordiniert (synchronisiert)-arbeitsteilige Reproduktion grosser Gruppen als Resultat von Einem-Gemeinsamem (share) und Vielfältig-Verschiedenem (divide)? Kurz: Wo endet Artbeitsteilung, wo beginnt das unerlässlich von allen, oder allen an bestimmten Projekten Beteiligten zu Teilende? Ist Planen arbeitsteilig möglich? Wissen? Verstehen? Gut Leben? (Ich erinnere an das historische Beispiel für gescheitertes quasi-arbeitsteiliges "Delegieren": Frommsein. Entscheiden über Grundsatz-Ausrichtung der Staats-Tätigkeit.)

Anhang:
Terminologie im Rahmen meiner eigenen Theorie:
a. die langfristige Festlegung auf eine bestimmte (konfliktfreie, haltbar) Art der Lebensführung nenne ich: Identität
b. Lebensentwurf und Lebensform;
c. eine (mit unbestimmt vielen geteilte; biographien-übergreifende) "Individualität"
d. Mentalität, Begründungsweise
e. Rationalitäts-Vorstellung, bestimmter Begriff von Personalität und "Verstehbarkeit als vernünftig usw"

20.04.2018.2 (der heute im ersten Beitrag bei keimform verlinkte Text schliesst sich unten an)

A.
1.Transpersonal
2.Kohärenz
3.Bedeutungsstruktur (elementare Handlungen im Rahmen einer ges. B.)
4.die "Ebenen" (das, was durch die El.form Kohärenz bekommt)
Mit diesen 4 Kategorien, Benni, ist dein Elementarform-Konzept wesentlich eingeführt; sie sind erklärungsbedürftig.
Die bisherigen Erklärungen dieser Kategorien helfen mir nicht weiter, weil:
'transpersonal' ist nur eingeführt als "das Gegenteil von" 'interpersonal';
'Kohärenz' und 'Bedeutungsstruktur' (eigentlich auch das 'gesellschaftlich') sind garnicht erklärt;
die drei "Ebenen" im 2.Text Abs 2-4 sollen irgendwie erschöpfend sein; aber sind sie es, und was IST es eigentlich, das da in Ebenen zerlegt wird?

B.
Zu deiner Erwiderung, dass die zugestandene Vielfalt der Lebensweisen sich nicht auf die Elementarform überträgt (ein und dieselbe El.form für viele Lebensweisen; dazu kommen noch die Mischformen (was sorgt dort eigentlich für "Kohärenz"?), möchte ich dich erinnern, dass in der bislang nur präzisierten These 15 (1.Text) die Lebensweise eine prominente (begriffliche) Stelle einnimmt:
"Elementarformen zeichnen sich dadurch aus, dass sie Handlungen zwischen Individuen in einem gesellschaftlichen Rahmen sind, die wiederholt von vielen bis allen Mitgliedern einer Gesellschaft vollführt werden müssen, damit die Gesellschaft als Ganzes ihre Lebensweise erhalten kann."
Mit Abs 11 inText 2 ist in diese Aussage präzisierend die Kategorie "elementare Handlungen" eingefügt:
"...Diejenigen interpersonalen Handlungen, die also auf materieller Ebene dazu beitragen, die transpersonale Kohärenz der Gesellschaft zu erhalten, nenne ich elementare Handlungen."
Wird das mit der "Lebensweise" damit einkassiert?
(Immerhin hatte ich versuchsweise diese Bezeichnung mit dem traditionelln "Produktionsweise" gleichgesetzt...)
Die neue Definition lautet: El.form= Summe der elementaren Handlungen (die aber noch immer auch in der Summe nicht genügen, um "wirkliche" Kohärenz herzustellen, wenn sie nicht so stattfinden, nämlich:) im Rahmen einer gesellschaftlichen Bedeutungsstruktur.
Wie stehen "Kohärenz" und "Lebensweise" zueinander?
Und... zu welcher der drei Ebenen gehört jetzt eigentlich "Kohärenz" oder gar "gesellschaftliche Bedeutungsstruktur"?
Und wie kann ausgerechnet etwas derart kulturelles und "ideelles" wie "Bedeutung(sstruktur)" NICHT in den Sog der Vielfalt geraten, dem die "Lebensweisen" ausgesetzt sind?
Und was macht eine Bedeutungsstruktur "gesellschaftlich"? Ist das nicht iwo der Begriff, der mit dem ganzen Kategorien-Apparat erklärt werden sollte?

C.
Auf welcher Ebene steht eigentlich PRODUKTION?
Deine Aufzählung in Text II, §2 ist: "unser Lebensraum Erde und sein Klima, stoffliche Eigenschaften der Dinge und des Menschen, die Naturgesetze oder die Position von Körpern im Raum."
Arbeit (die ja "immer schon" gesellschaftlich, arbeitsteilig ist)  gehört da offensichtlich nicht dazu, sondern nur ihre Natur-Voraussetzungen.
Ok.
Aber in II,3 kommt die Arbeit auch nicht vor, da ist dann nur noch von "Eigentum" die Rede. Das Jagen, Sammeln, Acker/Städte/Instrumente bauen, Natur erforschen, Techniken entwickeln... kommt irgendwie immer nur als untergeordnetes Element vor, das sich von selbst versteht; es taucht nie auf als Quelle von stark restringierenden Anforderungen an die Kohärenz-stiftenden Elementarformen. Tausch und Industrie, Ackerbau und Imperium sind iwie verschmolzen und werden nur gemeinsam abgelöst.
Also die ganze Histomat-Dialektik-Formel von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen und möglichen Miss- und Basis/Überbau-Verhältnissen zwischen ihnen... überflüssig?

D.
Der ImperienEpoche kann die interpersonale Kooperation eigentlich nur zugeordnet werden, wo sie relativ einfach ist. Steuereintreiben im alten Rom, im Namen des fernen Kaisers. im Rahmen seiner Edikte, die übertreten werden können, und dann klagt man etwa als römischer Bürger beim Aedil und kriegt eventuell was zurück: was ist DAS denn?
Soviel da auch Bestechung und Vitamin B im Spiel sein mag - die Macht der Beteiligten ist FUNKTIONSMACHT; keine "persönliche".
Ebenso eigenartig finde ich es, wenn auf diesem Hintergrund die Aneignungsform "privat" genannt wird. Ich erinnere mich, dass Historiker das Gebaren der kleinasiatischen "orientalischen Monarchie" (Perser bis hin zu den Diadochen) so beschrieben: der Staat ist dort der Privathaushalt des Königs.
Nun - in Rom war das gewiss nicht mehr so. (Ebensowenig im kaiserlichen China.)
Die Einbrüche zwischendurch, wo Staatlichkeit nicht die Hauptdimension der Entwicklung war, mal weggelassen, kann man fortfahren: Im frühneuzeitlichen Staat ("Imperium")  war es erst recht nicht so.
Privatschatulle/Apanage und Staatshaushalt strikt getrennt. Was heisst da noch: privat?
Das sieht ein bisschen nach "Systemzwang" (oder Pressen ins Schema) aus.

E.
Die entscheidende Frage, die sich mir mehr und mehr stellt, im Mass wie du den begrifflichen Bezug zur "Lebensweise" zu suspendieren scheinst, ist: Wo ist jetzt eigentlich noch das Materialistische? Also, etwa: Das Rekonstruieren der Vergesellschaftungs-Realität von der harten Anforderung her, dass materielle arbeitsteilige Reproduktion auf gegebnem (hohen) Niveau gelingen muss?
Ich sehe diese Härte auch gegeben im Zusammenhang mit den nur scheinbar "weichen" Faktoren: wenn eine antike Staatsverfassung im Rahmen eines Grossreichs den Untertanen keine ordentliche (berechenbare, nicht über die Massen korrupte sondern funktionale) Verwaltung incl. Durchsetzung von rationalen Regeln bot, brach die "öffentliche Ordnung" (Kohärenz?) zusammen. Verwaltung war ein massiver Abzug vom Gesamtreichtum, und sie musste als Herausforderung technisch, materiell, in Form von gut durchdachten Praktiken, gemeistert sein. Deren Entwicklung brauchte Zeit, und die Fehlschläge (schlechte " governance") zeigten sich in zeitweisen Zusammenbrüchen von Reichen und Gemeinwesen (in China: das Mandat des Himmels wird entzogen und einer andern Dynastie verliehen).
Ich sage: Nein, das ist keine andre Skala, und dass man viel aufwendete um Priester durchzufüttern, war nicht einem Personal-Wechsel in der ausbeuterischen Extraktoren-Räuberklasse geschuldet.
Es war zu dem Zeitpunkt überlebens- UND Kohärenz-wichtig auf dem (überregional) erreichten Produktions-Niveau.
(Die "horizontale" Abgrenzung von Gesellschaften wäre ein eigenes Thema: "Stand" kann auch sein, dass evidentermassen Getreidelieferungen aus afrikanischen Kornkammern an Zivilisationsstützpunkte in Mittel/Westeuropa nicht langfristig-stabil aufrechtzuerhalten sind.)
 
F.
Wenn der "Ebenen"-Begriff (und überhaupt Begriff dessen, was da in Ebenen sich untergliedert: kollektiv-arbeitsteilige Reproduktionspraxis auf gegebnem Stand der Produktivkräfte. diese Kategorie angemessen allgemein aufgefasst) mehr geklärt wäre, könnte man folgender Möglichkeit nähertreten, die du, Benni, derzeit kaum in Betracht ziehst:
Dass nämlich objektiv gelingende "Kohärenz" und massenhaft subjektiv geteilte "Bedeutung" (subjektive Erwartungen, was an (arbeits- usw-geteilten) elementaren Handlungen für die objektive Kohärenz warum hinreichend sein könnte) auf verschiedenen Ebenen, in einer gegebnen Epoche, unterschiedliches bedeutet.
Und die Elementarform sich entlang diesen Ebenen-Kohärenzen eben "ausdifferenziert" und die Vielfalt zumindest eines epochalen TYPS Lebens- (oder Produktions)weise darum an sie gelangt.

  


20.04.2018.1

Benni, in seiner jetzigen Form wirft das Konzept der "Elementarform" aus meiner Warte weiter Fragen auf.
1. Wovon ist die El.form die Form? - Man würde sagen: kollektive Reproduktion und ihr Fortschritt; der ältere Ausdruck wäre: die Produktionsweise.
Dein Tableau, Benni, zeigt zwei Dimensionen (mit je 2 Ausprägungen), die der Aneignungsform und die der Kooperatoin. Dies verstehe ich als Vorschlag, diese zwei (sehr einfachen) Entwicklungsdimensionen an der traditionellen Kategorie Produktionsverhältnis zu unterscheiden. Unter den vier Epochen-Bezeichnungen, die sich so ergeben, mit läuft das, was traditionell "Stand der Produktivkäfte" heisst. Über die (traditionell "dialektisch" erklärte) Verbindung/Interaktion beider denkst du mE zu wenig nach.
2. Durch dein gegenüber der Tradition zwar dezent differenzierteres (2-Dimensionalität von Prod.verhältnissen), insgesamt aber ähnlich einfaches, wie ich glaube: ZU einfaches Ansetzen handelst du dir genau die fundamentale Schwierigkeit, geradezu eine Paradoxie, ein, mit der du im weiteren Text kämpfst: Wie ist denn ein "Übergang" zu denken, wenn dabei derart fundamentale Parameter ausgewechselt werden? Es ist, als würde dem Gesellschaftskörper ein neues Gehirn transplantiert; wie haben Gesellschaften derartiges auch nur ein einziges Mal überleben können?
Das lässt sich folgendermassen an deinem Text weiterführen:
3. Indem du deine Definition so präzisierst "..die bestimmende Eigenschaft von Elementarformen ist, die Kohärenz einer Gesellschaft herzustellen", lädst du der El.form-Kategorie einen  zu hohen Anspruch auf, du machst aus "Kohärenz herstellend" ein sog. achievement predicate: "Achievement predicates are like accomplishments lacking a process part. They denote punctual change. Examples of achievement predicates are "reach the top", "win the race", "find his glasses"." - Wenn der El.form das Herstellen der Kohärenz nicht mehr gelingt, ist natürlich Krise; aber bei dir, Benni, ist dann wirklich alles kaputt, nichts geht mehr: Kohärenz misslungen, Gesellschaft tot. Umgekehrt:
4. In der Formel "Kohärenz herstellend" ist ja irgendwie die Essenz der Tatsache ausgesprochen, dass es eine (EINE!) Gesellschaft, also einen funktionierenden arbeitsteiligen Zusammenhang, überhaupt gibt.
Aber ähnlich, wie die ME Theorie diese maximal elementare Kategorie in jeder materialistischen Erklärung von Gesellschaft und Geschichte hingetrimmt hat auf eine Geschichte von Verhältnissen von Klassen und deren Kämpfen ("die geschichte ist eine Geschichte von Klassenkämpfen"), so interessiert dich an dem ganzen riesigen Entwicklungsprozess eben genau das, was du ja auch begrifflich fasst, diese beiden Dimensionen des Prod.verhältnisses bzw der (bisherigen (Elementar)Formen von "gesellschaftlicher" Arbeitsteilung): Form der Aneignung, Form der Kooperation. Diese bedien Dimensionen und wohl auch ihre je 2 Ausprägungen sollen offenbar die Möglichkeiten erschöpfend ("exhaustiv") sein.
5. Das hiesse, dass eine El.form, die "transpersonal" ist, nicht "interpersonal" sein kann. Dagegen wurde eingewandt (und das ist nicht erledigt):
a. "Transpersonalität" ist womöglich eine Eigenschaft bereits von Stammesgesellschaften; sie kann beinah gleichgesetzt werden mit dem Begriff GESELLSCHAFTLICHE Arbeitsteilung.
b. Die El.form von "Imperien", übrigens speziell auch einer vermeintlichen kulturellen Regressionsform wie "Feudalismus", als "interpersonal" einzuordnen, bloss weil man zB das Gesicht des Herrschers, stilisiert, auf einer Münze sieht - das ist etwas... hm... eigenwillig? Und es wird auch nicht so viel besser, wenn man versuchsweise für vor-kapitalistische Verhältnisse (aber das ist ein Versuch, den etwa Marx durchaus unternommen hat!) unterstellt, die Leute hätten nicht die beteiligten Personen, aber die Struktur ihrer Verhältnisse quasi anschaulich vor Augen gehabt und jedenfalls einen Begriff davon gehabt, wer da für welche Zwecke ihre Überschüsse "extrahiert". Damals soll alles (die Ausbeutung) so einfach gewesen sein.
c. Du erwägst nicht die Möglichkeit, dass, ums mal an deinen Kategorien auszudrücken, die (spätere Form der) Transpersonalität zur (bereits existierenden, von dir) interpersonal (genannt)en (Form der Transpersonalität) hinzutritt, und sie ERGÄNZT, wobei in dieser Verbindung die ursprüngliche sog Interpesronalität nicht verschwindet, sondern ihren Charakter, womöglich fundamental ändert. Die Vorstellung, dass etwas "hinzutritt", unterstellt allerdings (was auch die hier weit verbreitete Vorstellung von einer "Keimform" prägt), dass da vorher garnichts war, irgendwo "ausserhalb" (wie der Prototyp eines technischen Teils, das einem existierenden Modell nachträglich eingebaut werden kann) entwickelt wird und dann irgendwann, wenn "reif" genug, dem Inventar an Formen hinzugefügt wird (wenn es sie nich tganz verdrängt und ersetzt; das ist ja die Extremform dieser Denkweise). Während ich sagen würde: dass jeder Epochenschritt (bisher) insofern "Ausdifferenzierung" darstellt, als eine Handlungsweise, die bislang an eine Gruppe oder überhaupt alle Personen gebunden war, eine Komplizierung durchmacht, derart dass spezielle Kompetenzen zur Durchführung ausgebildet werden, die arbeits- und kompetenzteilig an Gruppen delegiert werden. In der urkommunistischen Jäger/Sammler, der Care- und Commons-Phase, waren diese Kompetenzen solche aller Erwachsenen (Mann/Frau-Arbeitsteilungen ev. die einzigen).
d. Da der Fokus ausschliesslich auf die für entscheidend gehaltenen beiden Entwicklungsdimensionen gerichtet ist, wird die technische oder Kompetenz-Seite in "Produktionsverhältnissen" nicht beachtet. Diese Geringschätzung des "Überbaus" ist ja bereits der Geschichts- und Gesellschaftstheorie von ME vorgehalten worden. Was alles wird an epochalen Entwicklungen und kognitivem Reichtum (kognitiv? keine materialistische Kategorie?) unterschlagen (keinesfalls ja nur von dir Benni, aber von dir eben auch), wenn man Entwicklungsdimensionen wie "Verwaltung eines Grossreichs", "ethnische Grenzen überschreitende einheitliche Hochkultur"  "Hochreligion (im Sinne der Religion in einer solchen transethnischen Hochkultur)", "Rechtsförmigkeit des hoheitlichen Handelns" (eigentliche Staatlichkeit) unter dem Einheitstitel "Imperium" laufen lässt. Ähnlich wird übersehen, welch gewaltige materielle Aufgabe die Erschliessung der Produktionsmöglichkeiten in naturräumlich ("naturwüchsig")  nicht (oder erstmal nicht offensichtlich) privilegierten Territorien eines vormaligen Grossreichs darstellt, und die Anhebung des in dieser Fläche, mit regional verfügbaren Mitteln erreichbaren Kulturniveaus auf das höchst-erreichbare Niveau der vormaligen Grossreichs-Zivilisationszentren.usw
Anm.1: Man sieht hier einmal mehr, dass die wahrscheinlich wichtigste Form einer Kontroverse durch "Kritik" garnicht überwindbar ist, die nämlich über Frage, was überhaupt Aufmerksamkeit verdient, woran zu denken ist und woran nicht, welches die wichtigen und unwichtigen Begriffe sind (die darum auch garnicht erst zu bilden sind). Wer will sich mit Überflüssigem, Irrelevantem belasten?
MIR sind die angemahnten Kategorien gleich wichtig wie "Imperium", Benni nicht; mir geht es offenbar, auch bei der Erwägung der "nächst-anstehenden" Keimform, um ein viel-dimensionales Verständnis von Produktionsweise (und der ihre Kohärenz herstellenden Elementarform); Benni zufolge scheint es dabei nur auf seine 2 Dimensionen mit ihren je 2 Ausprägungen anzukommen. Wie motiviere ich Benni, meine Differenzieungen wichtig zu finden? Wie er mich, das für mich Wichtige ausseracht zu lassen, weil es darauf nicht ankommt?
Anm 2: Etwas wie das 4-Felder-Schema würde in einem "Ausdifferenzierungs"-Modell von Geschichte so niemals vorkommen, weil die Dimensionierung mit zunehmendem Reifegrad wächst. Was aber sehr wohl vorkommen kann, ist, dass erstmalige Ausprägungen einer Entwicklungsdimension (die ja auch erstmalige Lösungen eines Problems darstellen, das sich in der Härte bis dahin noch nicht gestellt hatte) später ihren Charakter komplett ändern (wenn das Problem eine verallgemeinerte Fassung bekommen hat; wenn die Lösungen für diese verallgemeinerte Fassung mit neuen Entwicklungsdimensionen zusammenarbeiten sollen).
Anm. 3: Ich erinnere nochmals daran, dass Benni in seinem ersten ("holperigen") Anlauf Elementarform in etwa als Tun eines Gleichen durch alle Gesellschaftsglieder definiert hatte; tatsächlich tun sie das Gleiche (nehmen teil am selben Reproduktionsprozess), indem sie ihre arbeitsteilige Rolle ausfüllen, jeder das Seine an dem ihm zugewiesenen (oder selbstgewählten) (gesellschaftlichen) Ort tut. Diese Unterscheidung zweier Ebenen wirft weitreichende Fragen auf, nämlich inwiefern denen, die "das Ihre, an ihrem Platz tun", eigentlich überhaupt, und wenn wie gut bewusst ist, an welchem Ganzen sie da mitwirken. (Ob es überhaupt IRGENDJEMANDEM bewusst ist: Sie wissen es nicht, aber sie tun es...)

6. In dem bisher von mir Gesagten sind (mir) einige sehr wichtige Ansätze für "Krise - Keimform - Transformation" versteckt.
KRISE hätte vor allem zwei wichtige Anteile:
a. mit Benni sage ich: Die Leistung der "Herstellung von Kohärenz" wird immer mangelhafter erbracht; die vormals selbstverständlichen Synergien von Kultur-Dimensionen gehen wieder verloren, nichts passt mehr zum andern, widerspricht sich;
b. zT gegen, ZT aber auch schon wieder mit Benni sage ich: Das liegt an genau EINER Dimension kollektiv organisierten Handelns, die als nächste "kulturell", informiert, tradierbar, geformt und reflektiert, bewusst (nach Regeln) gestaltet werden muss.
c. Allerdings ist dies Fehlende zu Zeiten, in denen die Folgen deises Fehlens sch schmerzlich bemerkbar machen, nicht erkannt; es dauert oft bis weit in di enöchste Epoche hinein (in der das Problem gelöst wird), dass dieser Mangel verstanden wird - dann also, wenn sich abzuzeichnen beginnt, wie er zu beheben ist. Aber selbst dann ist noch lange nicht die allgemeine Fassung der kulturellen Problemstellung erkannt, für die die sich abzeichnende Haupt-Entwicklungsdimension der Folgeepoche die erste Version eines Lösungsansatzes darstellte. ("Staatlichkeit" löst Probleme, die sich weiterhin, in komplex abgewandelter Form, immer wieder stellen, aber womöglich entweder mit ganz anderen Formen der Staatlichkeit (zB "demokratisch", klassisch liberal), oder überhaupt nich tmehr staatlich (Konsensfindung durch gemeinsame Erfahrungsverarbeitung) gelöst werden).
KEIMFORMen würden entwickelt von Kultur-Pionieren - nein, nicht genialen Einzelnen; eher schon: dafür prädestinierten Gruppen in der Bevölkerung der Vor-Epoche - die aus jedesmal im Einzelnen aufzuklärenden Gründen den Bedarf nach Problemlösungen auf dem später Haupt-Entwicklungsfeld der Folgeepoche spüren (erkennen wäre zu viel gesagt). Der "Antrieb", der sich in dieser Gruppe besonders ausbildet, ist nicht ihr Werk, sondern Resultat allgemeiner Mangel- und Krisen-Erfahrungen in der Reifephase der Vorepoche. Es ist analytisch für Erkenntnisse über die Keimform-Kategorie extrem bedeutsam, dass man sich darüber klarwird, ob hier jedes Mal etwas je epochenspezifisches und zusätzlich/oder stattdessen eine immer wieder gleich wirkende Konstellation, eine Klassen- oder professionelle oder gar "allgemein-menschliche" Disposition gefunden wird, die die "Prädestination" dieser Gruppe ausmacht.
Es versteht sich von selbst, in welchem Ausmass diese Vorstellungen bzgl Krise und Keimform abweichen von früheren traditionell marxistischen oder Marx-inspirierten abweichen; insbesondere der Zweifel an der Simultaneität bzw Synchronisierbarkeit von Entwicklungsprozessen angesichts geteilter Klassen-, Krisen- und Kampf-Erfahrungen, die  ja zu unterstellen sind für die von Marxisten postulierte Allgegenwart von "Revolution" als Epochen-Übergangsform. Daher noch ein Wort zu
TRANSFORMATION: Hier scheine ich mich langsam aber sicher selbst in eine Paradoxie hineinzuschreiben; denn ich behaupte ja eine Art Blindheit der Akteure, selbst der Pioniere gegenüber den historischen Fern-Folgen ihres Tuns: Sie machen diesen Teil oder Aspekt ihrer Geschichte nicht, er kann erst im nachhinein erzählt werden: Indem sie X machten, beförderten sie... trugen sie dazu bei, dass... führte dies langfristig zu...
Anm. 4: Ich habe zu dieser Frage eine dezidierte Antwort anzubieten, die allerdings vroaussetzt, dass man meine Kategorien "Weltverhältnis" und "Vergesellschaftungskonzept" als subjektive Pendants wenigstens einiger massgeblicher Akteure (die dadurch auch imstand isnd, Entwicklungsschritte zu vollziehen) akzeptiert. Da stelle ich die These auf: Ein neues Weltverhältnis (es gab nicht so viele bisher; ganze Epochen haben sich mit der Anpassung der sozialen Dimensionen der herrschenden Elementarform an die Erfordernisse eines einmal eingeführten Weltverhältnisses beschäftigt), wieviele Individuen in ihren Bildungsgängen sich schon zu ihm hingearbeitet haben mögen, verankert sich erst und nur dann kulturell, und verschwindet nicht mehr, wie unentwickelt es auch in seinen ersten fassungen auftritt, wenn auf dem fortgeschrittensten Vergesellschaftungs-Standpunkt des vorangehenden Weltverhältnisses dessen Vertreter selbstreflexiv werden und den MANGEL ihrer obersten Lernregel 8ein anderer Ausdruck für Weltverhältnis) begreifen. Dann haben sie ihn nicht behoben; aber sie sind die ersten, die die "Richtigkeit" des neuen Weltverhältnisses "auf den Begriff" bringen können. Die beiden Paare, die das welt-historisch bislang verkörpern, sind: Moral (als Selbst-Reflexion des bis heute allgemein üblichen, also "normalen" "normal-praktischen" Weltverhältnisses, als es selber kulturbildend war, war es: das magisch-abergläubische; ein anderer Name ist: OPPortunismus, wegen des fehlens einer apriori gültigen obersten Lernregel) und genuine RELigion; und: "Kritik" (als selbstreflexiv werdende, Vermitttlungsweise RELiiöser Menschen) und MODerne. Wir stehen am Ende der MODerne; sie wird selbstflexiv in diesen Zeiten - unter anderm in solchen fortgeschritten-radikallinken Diskursen. Das NACHMODerne Weltverhältnis wird aber, in denkbar unreifen, unentwickelten, nicht lebensfähigen Formen, bereits von Pionieren erprobt. Wer ist das? Auch darauf gibt es eine Antwort. Aber sie führt an DIESER Stelle zu weit. Daher nur eine Andeutung: Es sind Leute, die der Bedürfnis-Orientierung bei der alltäglichen Lebensführung und Lebenseinrichtung eine solche Priorittät einräumen, dass die gesamte HIerarchie kultureller Orientierungen (Lebensentwürfe, über-biogaphische kollektive Programme, für alle Zeiten gültige Weisen des Begründens; Begriffe von Rationalität und Personalität überhaupt) daraus in einer epochal neuen und eben erstmals "richtigen" (die Mängel der MODerne überwindenden) Weise ergibt. Das ist (wie jetzt schon theoretisch begriffen werden kann) nicht nur DIE Utopie, die die drängendsten Probleme unserer Zeit auf Dauer (vorausgesetzt, dieser epochale Reifungsprozess gelingt) allesamt zu lösen gestattet; es ist, seinerseits, auch nur ein Sprungbrett, um von da aus zur nächsten Epoche vorzustossen (weist also noch immer fundamentale Mängel auf; die wir theoretisch ahnen können). Es ist also nichts weniger als das Ende der (Vor)Geschichte. Nur ein nächster, nächstanstehender Schritt.

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